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 Stadt ehrt Leo Trepp mit Straße

Von Lars Ruhsam

Oldenburg. Es kommt nicht häufig vor, dass alle Fraktionen und Gruppen im Oldenburger Stadtrat in einer Sache einig sind. Bei der am Montag beschlossenen Benennung einer Straße nach dem letzten Landesrabbiner Oldenburgs, Professor Dr. Leo Trepp, war das jedoch der Fall.  Der Abschnitt der Wilhelmstraße zwischen Katharinenstraße und Marienstraße soll nun den Namen des Ehrenbürgers der Stadt tragen.
Der Zeitpunkt, Leo Trepp mit einer nach ihm benannten Straße zu ehren, ist mit Bedacht gewählt. Am 4. März wäre der 1913 in Mainz geborene 100 Jahre alt geworden. Mit einem Festakt soll an diesem Tag sein Leben und Wirken gewürdigt werden und in diesem Zusammenhang auch die Straße umbenannt werden. „Ich bin stolz darauf, dass wir eine Straße nach ihm benennen und das auch noch rechtzeitig zu seinem 100. Geburtstag“, sagte Oberbürgermeister Professor Dr. Gerd Schwandner.
Abgesehen davon, dass einen eine Leo-Trepp-Straße in einem Neubaugebiet am Stadtrand dem Wirken des 2010 in San Francisco gestorbenen Leo Trepp wohl kaum angemessen wäre, wird durch die Umbennung der Wilhelmstraße ein direkter Bogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geschlagen. Hier befindet sich das Jüdische Gemeindehaus, die Synagoge und des Leo-Trepp-Lehrhaus, hier ist somit das Lebenswerk des Geehrten direkt greifbar und nachvollziehbar. In fußläufiger Entfernung zur neuen Straße liegt zudem mit der 1938 in der Reichsprogromnacht niedergebrannte Synagoge die einstige Wirkungsstätte des Rabbiners Trepp. „Mit der Umbennung würde das neu entstandene Zentrum Jüdischen Lebens in Oldenburg den Namen ihres letzten Rabbiners aus der Zeit vor dem Holocaust tragen und zugleich in die Gegenwart transportieren“, heißt es in der von allen Seiten gelobten Vorlage der Verwaltung. Durch die innenstadtnahe Lage könne die Leo-Trepp-Straße in historische Spaziergänge eingebunden werden. „Eine solche Ehrung muss einen Bezug zum Wirken Leo Trepps haben. Das ist nur in der Peterstraße und dem Teil der Wilhelmstraße, der nun umbenannt wird, der Fall“, betonte Dr. Armin Frühauf (Grüne). Die Alternative, den Platz hinter dem PFL nach Leo Trepp zu benennen, wurde seitens der Verwaltung nicht weiter in Betracht gezogen. Es fehle sowohl der Platzcharakter als auch die Nähe zum Jüdischen Gemeindezentrum. Die breite Mehrheit der rund 20 betroffenen Anwohner der Wilhelmstraße habe sich der Umbenennung gegenüber positiv geäußert, so die Verwaltung.
„Leo Trepp steht für ein modernes und vielfältiges Judentum und für einen interreligiösen Dialog“, befand Jonas-Christopher Höpken (Die Linke). Trepp habe großen Anteil daran gehabt, dass die Jüdische Gemeinde in Oldenburg 1992 wiedergegründet wurde. Nach seinem Studium der Philosophie und Philologie in Frankfurt/Main und Berlin sowie seiner Promotion in Würzburg 1935 besuchte Leo Trepp das Rabbinerseminar in Berlin und wurde hier am 1. August 1936 zum Rabbiner ordiniert. Kurz danach wurde er Landesrabbiner in Oldenburg. Nach der Reichsprogromnacht 1938 wurde Trepp ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Durch Intervention des britischen Oberrrabiners Dr. Hermann Hertz kam er 1940 frei und konnte in die USA emigrieren. Nach einem Studium in Harvard und Berkeley übernahm Leo Trepp eine Professur für Philosophie und Geisteswissenschaft am Napa Valley College.
„Trepp ist einer der Rabbiner gewesen, die schon sehr früh ihren Weg zurück nach Deutschland gefunden haben. Er hat auch die Bindung zu Oldenburg gesucht und gefunden“, erinnerte Hans-Richard Schwartz an den Umstand, dass Leo Trepp bereits ab 1954 wieder Deutschland und Oldenburg besuchte. In der Vorlage für die gestrige Sitzung des Kulturausschuss würdigte die Verwaltung Leo Trepp als „Wegbereiter eines neuen Dialogs zwischen Juden und Christen nach dem Holocaust“ – für diese Verdienste bekam er 1990 unter anderem auch die Ehrenbürgerwürde der Stadt Oldenburg verliehen.  Bis ins hohe Alter stattete er der Stadt fast jährlich Besuche ab, auch um den Dialog mit der jungen Generation zu pflegen. Immer wieder berichtete er in Schulklassen über die Zeit des Nationalsozialismus.

Artikel vom 21.02.2012




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